GPU14: AMD zeigt offiziell Radeon R9 290X - Alle Bilder + XDMA-Update
Radeon R9-290X - der Schleier ist gefallen. Auf dem GPU14-Techday ließ AMD erstmals die Hüllen fallen und stellte ein Exemplar der Radeon R9-290X zum Ablichten im schummrigen Schein funzliger Deckslampen bereit. Der Name fiel dabei zwar nicht offiziell, aber der rückseitige Aufkleber verriet, was die Spatzen schon seit Tagen von den Dächern pfeifen.
Mit der Volanic-Islands-Reihe und deren erstem Modell “Hawaii” verabschiedet AMD sich vom Namenszusatz “HD” für die Radeon-Karten - vielleicht klang ein einfaches HD in Zeiten von Ultra HD nicht mehr sexy genug. Vielleicht präsentiert uns AMD auch in der gerade stattfindenden Präsentation überzeugende Gründe, warum man das einfache, prägnante Namensschema, welches jahrelang gute Dienste geleistet hatte, nun über Bord wirft - zumindest für eine HD 9000, wie in der Embedded-Roadmap noch angekündigt, hätte man ja noch Platz gehabt. Doch nun teilt man die Leistungsklassen nun in einzelne, auf ein R folgende Ziffern, sodass das neue Spitzenmodell R9-290X heißen wird; die restlichen Namen blubbern derweil zwar noch in der Gerüchteküche vor sich hin, dürften dann aber ebenfalls stimmen.
Ein genauerer Blick auf die Radeon R9 290X offenbart bereits einige Spezialitäten. Wie bereits anhand durchgesickerter Bilder eines Engineering-Samples zu erkennen, bedeuten 16 verlötete Speicherchips fast zwangsläufig ein 512 Bit breites Speicherinterface, was wiederum mit 4 oder 8 Gigabyte GDDR5-RAM bestückt werden kann. Dass passt gut zur Speicherausstattung der Next-Gen-Konsolen Xbox One und Playstation 4, welche mit AMD-APUs inklusive GCN-Technik ausgestattet werden. Zugunsten geringeren Platzverbrauchs kommen wohl Pitcairn-Speichercontroller zum Einsatz, die mit nicht ganz so hohen Frequenzen wie die des ehemaligen High-End-Chips Tahiti klarkommen. Doch selbst bei nur 2.400 MHz wäre man bereits bei über 307 GB/s und damit schon 7 Prozent mehr als bei der HD 7970 GHz Edition und ein paar Megahertz mehr kann man hier sicher noch drauflegen.
Wie in der Vergangenheit wird das Spitzenmodell über einen acht- und einen sechspoligen Stromanschluss verfügen und damit bis zu 300 Watt aus dem Netzteil ziehen dürfen - auf den wirklichen Stromverbrauch lassen die Stecker allein jedoch nicht schließen. Ebenfalls bekannt sind das Zwei-Slot-Design und der Radiallüfter. Waren die Referenzdesigns bei AMD zuvor meist unnötig laut, werden wir dieses Mal wohl eine Überraschung in diesem Bereich erleben.
In Sachen Anschlussvielfalt sind HDMI und Displayport in voller Baugröße vorhanden, was Fummelei mit Adaptern erspart. Dank MST kann der Display-Port auch mehrere Bildschirme in Reihe versorgen. Die Dual-Link-DVI-Ausgänge sind rein digital - analoge Röhrenmonitore aus der CS-1.6-Ära müssen damit endgültig ausgemustert werden. Ein Schalter für das seit der HD 6900 bekannte und beliebte Dual-Bios ist vorhanden.
Spannend ist, was man nicht sieht: Die goldenen Kontaktleisten am oberen Rand der Platine fehlen. Lötstellen sind dort zwar noch vorhanden, aber keine Crossfire-Konnektoren mehr. Was der Grund dafür ist, dürfen wir derzeit noch nicht verraten - nur soviel: Es handelt sich um eine Abkürzung mit vier Buchstaben.
Update: Nachdem die Kollegen bereit darüber geschrieben haben, können nun auch wir wohl das Geheimnis lüften: XDMA. Mithilfe zusätzlicher DMA-Engines will man die für den Bildaustausch nötigen Daten ab jetzt über den PCI-Express schieben, welcher die dafür nötige Datenmenge problemlos verkraften dürfte. Allerdings ist die Latenz hierfür deutlich wichtiger, kann aber ähnlich wie bei der Frame-Pacing-Technik, welche inzwischen im Treiber verankert ist, sicherlich unter Kontrolle gehalten werden. Bereits früher gab es"brückenloses" Crossfire - allerdings nur für Einsteigerkarten.
Der Preis der Radeon R9-290X dürfte sich nicht über 599 US-Dollar/Euro einpendeln und auf die geleakten Benchmarks angesprochen, verrieten uns AMD-Offizielle, dass diese auf keinen Fall mit einer einzelne Karten und Standardtakt erzielt worden sein können. Einige seien zu niedrig, andere zu hoch und ein paar lägen im Rahmen von 5% Abweichung an realistischen Ergebnissen.
Was halten Sie vom Design und vom Rest der R9-290X?
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